Grundlagen der Tierernährung
Ernährung als Teil der natürlichen Bedürfnisse
Ernährung ist mehr als reine Energiezufuhr. Sie ist ein täglicher Bestandteil des Lebens und sollte sich möglichst an den natürlichen Bedürfnissen von Hund und Katze orientieren.
Dabei geht es nicht um Verbote oder starre Regeln, sondern um die Frage:
Was entspricht dem Tier – seinem Körper, seinem Stoffwechsel und seiner ursprünglichen Lebensweise?
Hund und Katze – zwei Arten, zwei Ausgangspunkte
Hunde und Katzen haben unterschiedliche Voraussetzungen. Katzen sind obligate Fleischfresser und auf tierische Proteine angewiesen. Hunde gelten als anpassungsfähig, haben ihren Ursprung jedoch ebenfalls im Fleischfresserbereich.
Beide Arten sind biologisch nicht darauf ausgelegt, trockene, stark verarbeitete Nahrung als alleinige Grundlage zu nutzen. Diese Erkenntnis ergibt sich weniger aus Meinungen, sondern aus Anatomie, Verdauung und Stoffwechsel.
Artgerechte Ernährung – was damit gemeint ist
Artgerechte Ernährung orientiert sich daran, wie ein Tier Nahrung aufnehmen und verwerten kann. Dazu gehören unter anderem:
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eine natürliche Zusammensetzung der Nährstoffe
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eine angemessene Feuchtigkeit in der Nahrung
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eine möglichst geringe Verarbeitung
Das bedeutet nicht, dass jedes Tier sofort umgestellt werden muss. Es bedeutet vielmehr, die eigenen Fütterungsentscheidungen bewusster einzuordnen.
Die Rolle von Feuchtigkeit
Ein oft unterschätzter Aspekt ist der Wasseranteil im Futter. In natürlicher Nahrung ist Feuchtigkeit ein selbstverständlicher Bestandteil. Besonders Katzen nehmen Flüssigkeit überwiegend über die Nahrung auf.
Eine trockene Fütterung kann diesen natürlichen Mechanismus nicht abbilden. Deshalb lohnt es sich, die Futterform nicht nur nach Bequemlichkeit oder Gewohnheit zu betrachten, sondern auch im Hinblick auf die physiologischen Bedürfnisse des Tieres.
Trockenfutter einordnen – nicht verurteilen
Trockenfutter ist weit verbreitet und für viele Tierhalter fester Bestandteil des Alltags. Es erfüllt praktische Anforderungen und wird oft aus Gewohnheit oder Unsicherheit gefüttert.
Aus Sicht einer artgerechten Ernährung passt Trockenfutter jedoch nicht ideal zu den natürlichen Bedürfnissen von Hund und Katze. Diese Einordnung ist kein Vorwurf, sondern eine sachliche Betrachtung biologischer Zusammenhänge.
Wer sich dessen bewusst ist, kann informierter entscheiden – unabhängig davon, wie der eigene Weg am Ende aussieht.
Bewusstsein vor Veränderung
Nicht jede Erkenntnis erfordert sofortiges Handeln. Vieles beginnt damit, Zusammenhänge zu verstehen und neue Perspektiven zuzulassen.
Ernährung darf sich entwickeln. Schritt für Schritt, angepasst an Tier, Alltag und Möglichkeiten. Ein bewusster Blick ist oft der erste und wichtigste Schritt.
Wie dieses Wissen weiterhilft
Diese Grundlagen sollen Orientierung geben. Sie bilden die Basis, um Futterarten, Zutaten und Konzepte besser einzuordnen.
Auf den folgenden Seiten im Bereich Futterwissen gehen wir darauf ein, wie unterschiedliche Futterformen zu bewerten sind und worauf man bei der Auswahl achten kann.
Gesunde Ernährung beginnt nicht mit einem Produkt, sondern mit Verständnis.