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Deklaration verstehen

Wer Hundefutter oder Katzenfutter richtig beurteilen möchte, sollte nicht zuerst auf die Vorderseite der Verpackung schauen. Entscheidend ist die Deklaration: Dort steht, welche Zutaten verarbeitet wurden, wie transparent der Hersteller arbeitet und ob die Zusammensetzung wirklich nachvollziehbar ist.

Begriffe wie „mit Rind“, „Premium“, „natürlich“ oder „hoher Fleischanteil“ klingen gut. Die Zutatenliste zeigt jedoch oft genauer, was tatsächlich im Napf landet – wenn man weiß, worauf man achten muss.

✓ Zutatenlisten lesen ✓ offene Deklaration erkennen ✓ 4 %-Regel verstehen
Zutatenliste auf Tierfutter-Verpackung
1

Zutaten

Die Reihenfolge zeigt, welche Rohstoffe mengenmäßig vorn stehen.

2

Deklaration

Offene Angaben sind klarer als Sammelbegriffe.

3

Brühe

Offen ausgewiesene Brühe ist ehrlicher als verstecktes Wasser.

4

4 %-Regel

„Mit Rind“ kann deutlich weniger bedeuten, als viele erwarten.

Das Wichtigste in Kürze

Die Zutatenliste gehört zu den wichtigsten Bereichen auf einer Futterverpackung. Sie zeigt, welche Rohstoffe verarbeitet wurden und ob ein Hersteller klar benennt, was im Futter enthalten ist.

Besonders hilfreich ist eine offene Deklaration. Dort werden einzelne Zutaten und ihre Anteile konkret genannt. Auch Brühe sollte offen ausgewiesen werden, wenn sie bei der Herstellung von Nassfutter technisch notwendig ist.

Weniger transparent ist es, wenn Wasser oder Brühe rechnerisch dem Fleischanteil zugeschlagen wird. Das kann gesetzlich zulässig sein, macht die tatsächliche Zusammensetzung für Kunden aber schwerer nachvollziehbar.

Merke dir

Die Vorderseite verkauft. Die Zutatenliste verrät mehr.

  • Offene Deklarationen sind leichter zu bewerten.
  • Sammelbegriffe lassen viel Interpretationsspielraum.
  • Offen deklarierte Brühe ist ein Zeichen von Transparenz.
  • „Mit Rind“ kann bereits bei 4 % erfüllt sein.
  • Zusatzstoffe zeigen oft, was ergänzt werden musste.
!
Klar gesagt: Wer Deklarationen lesen kann, erkennt schneller, ob ein Futter transparent zusammengesetzt ist – oder ob schöne Begriffe mehr versprechen, als die Zutatenliste hergibt.

Warum die Deklaration entscheidend ist

Die Deklaration ist einer der wenigen Bereiche, in denen ein Futtermittelhersteller konkrete Angaben machen muss. Gleichzeitig ist genau dieser Bereich für viele Tierhalter schwer zu lesen.

Das liegt an Fachbegriffen, rechtlichen Spielräumen und unterschiedlichen Formen der Deklaration. Manche Hersteller nennen Zutaten sehr genau. Andere arbeiten mit Sammelbegriffen, die zwar erlaubt sind, aber wenig über Herkunft, Qualität und tatsächliche Zusammensetzung verraten.

Für die Beurteilung von Hundefutter und Katzenfutter ist die Deklaration deshalb zentral. Sie zeigt nicht alles, aber sie zeigt genug, um deutliche Unterschiede zu erkennen.

Wer Zutatenlisten versteht, kann Marketingaussagen besser prüfen und sieht schneller, ob ein Futter zu einer artgerechten, fleischbasierten und möglichst natürlichen Ernährung passt.

Deklaration und Zutatenliste auf Hundefutter und Katzenfutter richtig lesen
Zutatenliste lesen

Wie eine Deklaration aufgebaut ist

Zutaten werden in der Regel in absteigender Reihenfolge ihres Gewichts angegeben. Was mengenmäßig am meisten enthalten ist, steht also weiter vorne.

Wichtig ist: Die Angabe bezieht sich normalerweise auf den Zustand vor der Verarbeitung. Zutaten mit hohem Wasseranteil können dadurch zunächst stärker wirken, verlieren aber bei Trocknung oder Erhitzung einen Teil ihres Gewichts.

Die Reihenfolge ist deshalb ein wichtiger Hinweis, aber kein vollständiges Qualitätsurteil. Entscheidend bleibt, welche Zutaten verwendet wurden, wie klar sie benannt sind und wie stark das Futter verarbeitet wurde.

Offene und geschlossene Deklaration

Bei Tierfutter gibt es unterschiedliche Arten, Zutaten anzugeben. Der Unterschied ist groß: Eine offene Deklaration zeigt deutlich mehr als eine geschlossene Deklaration mit Sammelbegriffen.

Geschlossene Deklaration

Beispiel:

Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse, Getreide, pflanzliche Nebenerzeugnisse, Mineralstoffe

Rohstoffe werden nicht konkret benannt. Welche Tierarten, welche Teile und welche Qualität verarbeitet wurden, bleibt weitgehend offen.

Offene Deklaration

Beispiel:

40 % Rindfleisch, 20 % Rinderherz, 10 % Rinderlunge, 28 % Brühe, 2 % Mineralstoffe

Rohstoffe, Anteile und Brühe sind klar benannt. Dadurch lässt sich besser einschätzen, was wirklich im Futter enthalten ist.

Wichtig: Offen bedeutet nicht automatisch perfekt. Aber offene Angaben machen Vergleich und Einordnung deutlich leichter.

Warum Brühe ehrlich deklariert werden sollte

Bei der Herstellung von Nassfutter wird aus technischen Gründen Flüssigkeit benötigt. Je nach Rezeptur und Herstellungsverfahren können etwa 25 bis 30 Prozent Wasser notwendig sein, damit die Masse gleichmäßig verarbeitet, erhitzt und sauber in die Dose abgefüllt werden kann.

Die transparenteste Form ist es, diesen Anteil offen als Brühe oder Flüssigkeitsanteil in der Zusammensetzung auszuweisen. Dann sieht der Kunde klar, welcher Anteil aus Fleisch, Innereien und anderen Rohstoffen besteht – und welcher Anteil technisch notwendige Flüssigkeit ist.

Weniger transparent ist es, wenn dieser Wasseranteil rechnerisch dem Fleischanteil zugeschlagen wird. Das kann gesetzlich zulässig sein, wirkt auf der Verpackung aber oft hochwertiger, als es tatsächlich ist.

Transparent

40 % Rindfleisch, 20 % Rinderherz, 10 % Rinderlunge, 28 % Brühe, 2 % Mineralstoffe

Der Flüssigkeitsanteil wird offen genannt. Der Kunde erkennt klar, wie sich das Futter zusammensetzt.

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Weniger transparent

98 % Fleisch und tierische Bestandteile, 2 % Mineralstoffe

Der Wasser- oder Brüheanteil wird nicht klar getrennt. Dadurch wirkt der Fleischanteil höher und die Zusammensetzung ist schwerer einzuordnen.

Merksatz: Wenn Brühe offen ausgewiesen wird, ist das kein Nachteil – sondern ein Zeichen für ehrliche und nachvollziehbare Deklaration.

Beispiele für unterschiedliche Deklarationen

An Beispielen sieht man am schnellsten, wie unterschiedlich transparent Futter deklariert werden kann.

1

Geschlossen

Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse, Getreide, pflanzliche Nebenerzeugnisse, Mineralstoffe

Wenig transparent. Herkunft, Tierart, Qualität und genaue Bestandteile bleiben unklar.

2

Teiloffen

Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse, davon 20 % Rind, pflanzliche Bestandteile, Mineralstoffe

Etwas genauer, aber der Großteil bleibt unklar. Das klingt oft transparenter, als es tatsächlich ist.

3

Offen

40 % Rindfleisch, 20 % Rinderherz, 10 % Rinderlunge, 28 % Brühe, 2 % Mineralstoffe

Klarer Aufbau. Einzelne Rohstoffe, Mengenanteile und Brühe sind nachvollziehbar benannt.

Die sogenannte 4 %-Regel

Ein häufiger Irrtum entsteht durch Aussagen wie „mit Rind“, „mit Huhn“ oder „mit Lachs“. Viele Tierhalter gehen davon aus, dass diese Zutat den Hauptbestandteil des Futters ausmacht.

Tatsächlich kann eine solche Auslobung bereits erfüllt sein, wenn ein kleiner Anteil dieser Zutat enthalten ist. Das Futter kann also auf der Vorderseite nach Rind aussehen, während der überwiegende Teil aus anderen tierischen oder pflanzlichen Bestandteilen besteht.

Vorderseite der Dose

„Mit Rind“ klingt nach viel Rind

Auf der Vorderseite wirkt eine Sorte schnell hochwertig und eindeutig. Große Schrift, schöne Bilder und Begriffe wie „mit Rind“ erzeugen beim Kunden eine klare Erwartung.

Entscheidend ist aber nicht die Vorderseite, sondern die vollständige Zusammensetzung auf der Rückseite.

Hundefutter
Menü
mit Rind
mit Rind
Vorderseite: wirkt eindeutig
Rückseite: erst dort steht der genaue Anteil
V

Was der Kunde sieht

Vorderseite: „Menü mit Rind“

Z

Was hinten stehen kann

Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse, davon 4 % Rind, Getreide, Mineralstoffe

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Achtung: „Mit Rind“ bedeutet nicht automatisch „viel Rind“. Erst die Zutatenliste zeigt, ob Rind wirklich eine tragende Rolle spielt oder nur werblich hervorgehoben wird.

Zusatzstoffe richtig einordnen

Viele Futtermittel enthalten zugesetzte Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Diese Stoffe werden häufig eingesetzt, um das Produkt ernährungsphysiologisch zu vervollständigen und Verluste durch Verarbeitung, Erhitzung oder Lagerung auszugleichen.

Das ist bei industriell hergestelltem Futter weit verbreitet. Besonders bei stark verarbeiteten Futtermitteln kann ein Teil der ursprünglichen Nährstoffe verloren gehen oder nicht mehr in ausreichender Menge vorhanden sein.

Zusatzstoffe sind daher nicht automatisch ein Zeichen für ein schlechtes Futter. Sie zeigen aber, dass die Rezeptur technisch ergänzt wurde, damit am Ende ein bestimmtes Nährstoffprofil erreicht wird.

Typische Angaben

  • Vitamin A, Vitamin D3 oder Vitamin E
  • Zink, Kupfer, Eisen oder Mangan
  • Taurin, besonders bei Katzenfutter relevant
  • technologische Zusatzstoffe zur Haltbarkeit oder Verarbeitung

Naturbelassene Fütterung ohne synthetische Zusätze

Einige Hersteller verzichten bewusst auf zugesetzte synthetische Vitamine und Mineralstoffe. Stattdessen sollen die Nährstoffe aus den verwendeten Rohstoffen selbst stammen: aus Fleisch, Innereien, Brühe, Ölen, Kräutern oder anderen natürlichen Bestandteilen.

Dieser Ansatz erfordert hochwertige Ausgangsrohstoffe, eine durchdachte Rezeptur und eine schonende Verarbeitung. Denn wenn Nährstoffe nicht nachträglich ergänzt werden, muss die Zusammensetzung von Anfang an sorgfältig geplant sein.

Solche Produkte sind häufig als Ergänzungsfuttermittel gekennzeichnet. Das klingt für viele zunächst schwächer als „Alleinfuttermittel“, kann aber Teil eines naturbelasseneren Fütterungskonzeptes sein.

1

Rohstoffe

Die Qualität der Zutaten ist besonders wichtig, weil die Nährstoffe aus dem Lebensmittel selbst kommen sollen.

2

Rezeptur

Die Bestandteile müssen sinnvoll kombiniert werden. Nur natürlich klingend reicht nicht.

3

Einordnung

Ergänzungsfuttermittel können sinnvoll sein, müssen aber passend eingesetzt und beurteilt werden.

Wichtig: Ohne synthetische Zusätze bedeutet nicht automatisch vollständig oder besser. Entscheidend sind Rohstoffqualität, Rezeptur und die passende Anwendung im Alltag.

Was Zutatenlisten nicht zeigen

Eine Zutatenliste ist wichtig, aber sie zeigt nicht alles. Sie nennt Rohstoffe und manchmal Mengenanteile. Was sie nicht vollständig zeigt, ist die tatsächliche Qualität der Rohstoffe, ihre Herkunft, die Frische, die Verarbeitungstemperatur oder die Bioverfügbarkeit einzelner Nährstoffe.

Auch die individuelle Verträglichkeit lässt sich nicht allein aus der Verpackung ablesen. Ein Futter kann sauber deklariert sein und trotzdem nicht zu jedem Tier passen.

Trotzdem bleibt die Deklaration ein starkes Werkzeug. Sie hilft, grobe Unterschiede zu erkennen und Werbeaussagen mit der tatsächlichen Zusammensetzung abzugleichen.

1

Rohstoffqualität

Die Zutatenliste nennt Rohstoffe, sagt aber nur begrenzt etwas über deren tatsächliche Qualität aus.

2

Verarbeitung

Wie stark erhitzt, getrocknet oder technisch verändert wurde, ist oft nicht vollständig erkennbar.

3

Bioverfügbarkeit

Ob Nährstoffe gut aufgenommen und verwertet werden, lässt sich aus der Liste allein nicht sicher ablesen.

4

Verträglichkeit

Das eigene Tier bleibt entscheidend: Kot, Fell, Haut, Gewicht und Wohlbefinden gehören zur Bewertung dazu.

Unsere Empfehlung

Schau nicht nur auf die Vorderseite. Begriffe wie „mit Rind“, „Premium“ oder „natürlich“ sind schnell gelesen, aber oft wenig konkret.

Die eigentliche Bewertung beginnt bei der Zutatenliste. Je klarer Rohstoffe und Anteile benannt sind, desto besser lässt sich einschätzen, was im Napf landet.

Besonders bei Hunde- und Katzenfutter lohnt sich eine offene Deklaration mit nachvollziehbaren tierischen Bestandteilen, klaren Mengenangaben und offen ausgewiesener Brühe. Gerade der Brüheanteil ist kein Makel, sondern ein Hinweis darauf, dass der Hersteller die Zusammensetzung ehrlich sichtbar macht.

Merksatz: Die Vorderseite macht ein Futter interessant. Die Deklaration zeigt, ob es wirklich überzeugt.

Wie es weitergeht

Auf der nächsten Seite geht es darum, wann eine Futterumstellung sinnvoll sein kann und welche Faktoren dabei eine Rolle spielen.

Denn selbst ein gutes Futter sollte nicht unüberlegt gewechselt werden. Verdauung, Gewohnheit, Alter, Gesundheit und individuelle Verträglichkeit spielen bei jeder Umstellung eine wichtige Rolle.

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Im nächsten Beitrag schauen wir uns an, wann eine Futterumstellung sinnvoll ist, worauf du achten solltest und warum nicht jedes Tier gleich schnell umgestellt werden sollte.

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Futter wechseln. Verdauung beachten. Schrittweise vorgehen.
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Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Orientierung und ersetzt keine individuelle tierärztliche oder ernährungsbezogene Beratung. Bei Unsicherheiten, Erkrankungen, Verdauungsproblemen oder gesundheitlichen Auffälligkeiten lass dein Tier bitte fachlich untersuchen.