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Futterumstellung - wann und wie sinnvoll

Eine Futterumstellung klingt für viele kompliziert – ist sie aber nicht, wenn man versteht, warum sie nötig sein kann und wie der Körper von Hund und Katze reagiert. Genau das klären wir hier. Ohne Fachchinesisch. Ohne Panikmache. Dafür mit gesundem Menschenverstand.

Kurz gesagt: Das Wichtigste in 30 Sekunden

 

  • Eine Futterumstellung ist häufig sinnvoll – nicht nur bei Problemen

  • Der Körper braucht Zeit, um sich anzupassen

  • Kurzfristige Reaktionen sind normal und kein Grund zur Panik

  • Entscheidend ist wie man umstellt, nicht ob

Wann ist eine Futterumstellung sinnvoll?

Eine Umstellung macht nicht nur dann Sinn, wenn bereits Beschwerden da sind, sondern oft auch vorbeugend.

Typische Gründe für eine Futterumstellung

  • Verdauungsprobleme (Durchfall, Blähungen, wechselnder Kot)

  • Haut- und Fellprobleme (Juckreiz, Schuppen, stumpfes Fell)

  • Gewichtsprobleme trotz scheinbar passender Futtermenge

  • Unverträglichkeiten oder Allergieverdacht

  • Veränderung der Lebensphase (Welpe, erwachsen, Senior)

  • Unsicheres Bauchgefühl beim bisherigen Futter

Wichtig: Man muss nicht warten, bis ein Tier krank ist, um etwas zu verändern.

Warum reagiert der Körper bei einer Futterumstellung?

Erklärung ganz einfach

Der Darm ist ein echtes Gewohnheitstier. In ihm leben Milliarden von Bakterien, die sich genau auf das bisherige Futter eingestellt haben.

Kommt ein neues Futter dazu, müssen diese Bakterien erst umlernen.

Das ist vergleichbar mit:

  • Man isst jahrelang immer das Gleiche – und plötzlich ändert sich der Speiseplan komplett.
  • Der Körper braucht dann etwas Zeit, um sich anzupassen.

Diese Reaktion ist normal und kein Zeichen dafür, dass das neue Futter schlecht ist oder nicht vertragen wird.

Was passiert im Körper bei einer Futterumstellung?

Während der Umstellung:

  • verändern sich die Darmbakterien

  • werden neue Enzyme gebildet

  • passt sich der Stoffwechsel an

  • können Entgiftungsprozesse starten

Mögliche, normale Reaktionen

  • weicherer Kot

  • häufigerer Kotabsatz

  • leichtes Bauchgrummeln

Das ist normal, solange es mild ist und zeitlich begrenzt bleibt.

Wie stellt man Futter richtig um?

Die wichtigste Grundregel

  • Je „schlechter“ das alte Futter war, desto langsamer sollte die Umstellung erfolgen.

Klassische & sichere Umstellung (empfohlen)

Tag 1–3
75 % bisheriges Futter / 25 % neues Futter

Tag 4–6
50 % alt / 50 % neu

Tag 7–9
25 % alt / 75 % neu

ab Tag 10
100 % neues Futter

Bei empfindlichen Tieren jede Phase einfach verlängern.

Besonderheit: Umstellung auf hochwertiges Futter

Paradox, aber wichtig:

Gerade bei einer Umstellung auf hochwertigeres, natürlicheres Futter reagieren manche Tiere stärker.

Warum?

  • weniger Füllstoffe

  • mehr echte Nährstoffe

  • bessere Verwertbarkeit

  • weniger synthetische Zusätze

Der Körper nutzt die Chance, aufzuräumen.

Kurzfristige Reaktionen sind kein Rückschritt, sondern Teil des Prozesses.

Was man bei einer Futterumstellung nicht tun sollte

  • ständig zwischen Futtersorten wechseln

  • bei jedem weichen Kot sofort abbrechen

  • Futter, Leckerlis und Kauartikel gleichzeitig ändern

  • Symptome unterdrücken, ohne Ursachen zu verstehen

Wann sollte man genauer hinschauen?

Eine fachliche oder tierärztliche Abklärung ist sinnvoll, wenn:

  • Durchfall länger als 10–14 Tage anhält

  • Blut im Kot sichtbar ist

  • das Tier matt oder apathisch wirkt

  • starkes Erbrechen dazukommt

Fazit

Eine Futterumstellung ist kein Risiko, sondern oft ein wichtiger Schritt Richtung Gesundheit.

  • sinnvoll, wenn sie bewusst gemacht wird

  • sicher, wenn man dem Körper Zeit gibt

  • wirksam, wenn das neue Futter wirklich passt

Der Darm braucht keine Hektik – sondern Verständnis.


Hinweis: Jeder Hund und jede Katze ist individuell. Diese Informationen ersetzen keine persönliche Beratung, helfen aber, Zusammenhänge besser zu verstehen.